Bei der Befragung der Assistentin beschränke ich mich auf wenige Punkte, da der Rest schon in den anderen Beiträgen durchgenudelt wurde und die Rolle der Assistentin vor allem dort bereits ein wenig ins Licht gerückt worden ist. Vor allem was ihre Methode des hinterrücks Agierens und Desavouierens eines Kollegen betrifft.

am 16.9. hat der Marketingexperte bereits ein ausgereiftes Konzept präsentiert, es war bereits klar, dass die Homepage auf die Plattform Wordpress übersiedeln soll,

Die Zeugin sagt wenig später das Gegenteil:

Dass die Homepage über Wordpress laufen wird, habe ich selbst auch erst am 16.9. vom Marketingexperten erfahren. Der Marketingexperte hat am 16.9. das System mit Wordpress präsentiert.

Dies ist unwahr, weil mehrere Tage zuvor der Marketingexperte in einer Mail an die Assistentin bereits ein bestimmtes Thema (Template) für Wordpress vorgeschlagen hatte. Die Entscheidung für Wordpress also schon vorher gefallen sein muss. Im übrigen erwähnte die Assistentin in dieser Befragung auch, dass es bereits nach dem Mai-Termin Aufgabe gewesen sei, Kollegin X. zur neuen Homepage (und das konnte nur Systemwechsel bedeuten) zu überreden:

Nach der Besprechung vom 18.5.2016 war es zunächst die Aufgabe, Kollegin X, die ebenfalls gegen die neue Homepage war, wieder an Bord zu holen.

Es scheint von Anfang an geplant gewesen zu sein, auf Wordpress umzusteigen und mit Joomla auch gleich Franz zu entsorgen. Die Bürokraft hatte es ja sehr offenherzig bekannt:

Ich bin stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, daher wurde auch ich von der beabsichtigten Kündigung verständigt und informiert. Die Kündigung wurde unter anderem damit begründet, dass zu dem Zeitpunkt die Betreuung der Homepage bereits „extern vergeben” war und dass es daher für den Kläger kein Einsatzgebiet mehr gebe.

Von einem abgekarteten Spiel zu sprechen, scheint da nicht zu weit hergeholt zu sein.

[Franz] hat das eigentlich schon relativ gut durchgeplante Projekt „bombardiert" und Fragen gestellt, für die es eigentlich bereits zu spät war, nämlich warum man nicht beim alten System bleiben könne.

Wenn an diesem Tag plötzlich mit einem neuen System aufgewartet wird, dann wird doch nachgefragt werden dürfen, was es damit auf sich hat.

Es war in der Folge mit dem Kläger relativ schwierig, zu klaren Ansätzen zu kommen, was er machen kann und will und was nicht, es ist mir aber letztlich gelungen.

Na wunderbar, was war dann das Problem?

Wir haben uns darauf geeinigt, dass der Kläger den Datentransfer und die Archiverstellung (es sollten alte Artikel aus den letzten 10 Jahren aus der Homepage nicht verloren gehen, sondern gespeichert werden) nicht machen könne oder wolle. Der Kläger hat das damit begründet, dass dafür sein Arbeitszeitausmaß bis zum vorgesehenen Fertigstellungstermin im März 2017 nicht ausreiche.

Angesichts der Zeitdauer und der Schwierigkeit der Migration früherer Systeme war zu diesem Zeitpunkt eine seriöse Einschätzung der Dauer von Franz noch nicht zu machen. Er konnte daher eine Fertigstellung bis zu diesem willkürlich festgesetzten Termin nicht garantieren. Die Schwierigkeiten, von denen die Assistentin spricht, bestanden wohl darin, dass sie die Kommunikation und Information mit Franz unters Minimum beschränkte.

Die Suchmaschinenoptimierung wollte oder konnte der Kläger auch nicht übernehmen, weswegen ich über Empfehlung des Marketingexperten einen gewissen Y. dafür engagiert habe.

Das Mysterium Suchmaschinenoptimierung ... Sowohl Joomla als auch Wordpress sind optimal für Suchmaschinen ausgerüstet. Effekt hat dies aber nur, wenn der Content ein entsprechend interessanter ist und optimal strukturiert. Was auch immer die Assistentin unter "Suchmaschinenoptimierung" verstand, der Marketingexperte hatte ihr doch seinerzeit bereits auf ihr entsprechendes Gebrabbel hin einen dezenten Wink gegeben:

Suchmaschinenoptimierung ist im Jahr 2016 vor allem eine Content Geschichte. Das heißt gute Artikel und guter Content bringen dir Traffix über die Suche. Wordpress ist generell sehr gut optimiert, da geht es vor allem darum, dass man bestimmte Elemente wie Title, Metadescription, URLs, Fotos, richtig benennt.

Doch auch mehr als ein Jahr später plaudert die Assistentin wieder von einer fehlenden Suchmaschinenoptimierung, welche, wie der Marketingexperte sie beschreibt, in Joomla gegeben war bzw. bei den Artikeln, die von Funktionär*innen upgeloadet wurden, von Franz optimiert wurden.

Das erste Mal habe ich am 19. Jänner 2017 mit dem Marketingexperten gesprochen, dass ich jemanden brauche, der die Homepage auch programmiert. Mit Y. habe ich erstmals Mitte/Ende Februar dann darüber gesprochen. Der Datentransfer wurde ebenfalls von Y. durchgeführt, dafür hat er ungefähr eine Stunde gebraucht.

Abgesehen davon, dass es in diesem Fall nicht um eine "Programmierung" ging, spricht das Angebot der Firma von Herrn Y. aber eine andere Sprache:

Kostenvoranschlag
Datenmigration Joomla zu WordPress Voranschlag

Also war die Dauer selbst in der optimistischsten Schätzung der Firma Z. schon ein Vielfaches dieser von der Assistentin behaupteten 1 Stunde. Vielleicht war damit die Datenübertragung direkt gemeint, aber das ist das Wenigste. Auf die Vorbereitung und die Sicherung, einfach auf das Rundherum kam es an. Und kostete. In diesem Fall ein kostenpflichtiges Premium-Plugin und in der optimistischen Vorschau, ohne Einrechnung der Beteiligung der KIV-Mitarbeiter*innen (das wäre auch die Zeit von Franz gewesen) eine ziemliche Menge an Arbeitsstunden. Ohne Komplikationen, sonst musste mit mehr gerechnet werden. Angesichts dessen, dass auch nur ein Teil der Artikel aus Joomla auf Wordpress gelandet ist, ist es unredlich, die Bedenken von Franz über die Möglichkeit, einen derart knappen Termin auch einzuhalten, dass das Ganze in 1 Stunde erledigt gewesen wäre, lächerlich zu machen.
Im übrigen nutzte der durch die Assistentin inszenierte Termin-Terror und die dadurch scheinbar notwendig gewordene kostspielige Beauftragung einer Firma gar nichts. Statt der angepeilten Fertigstellung im März, konnte die 1-Stunden-Firma das Produkt erst im August abliefern. Und Franz hat da gar nix blockieren und bombardieren können, weil da war er schon lange gekündigt gewesen.

Auch zu diesem Zeitpunkt war noch daran gedacht, dass der Kläger wenigstens die laufende Wartung der Homepage und die Updates übernehmen sollte. Erst nach der Kündigung des Klägers wurde auch diese Tätigkeit dann an die Firma Z. übertragen, die dafür einen Maximalstundenaufwand von 10 Stunden pro Jahr verrechnet.

Der Vertrag mit der Firma war zum Zeitpunkt der Kündigung schon fix und fertig und wurde noch am selben Tag unterzeichnet. Wartungsaufwand von 10 Stunden im Jahr heißt praktisch keine Wartung für praktisch kaum Aktivität auf der Homepage. So schaut sie auch aus.

Ich habe darüber hinaus eine Gliederung für die Zielgruppenansprache gemacht und auch Überlegungen zum Aufbau der Homepage angestellt. Die Homepage soll einerseits die Personalvertreter ansprechen im Hinblick auf deren Aufgaben in Zusammenhang mit Dienstrecht, usw, andererseits aber auch politische Inhalte vermitteln.

Mei, dazu brauchte es eine Assistentin, sich Sachen zu überlegen, die in der damals existierenden Website längst realisiert waren. Grad die Seiten zu Dienstrecht und Personalvertretungsrecht waren reichlich vorhanden. Im Unterschied zur aktuellen, wo es nur spärliche Spuren an rechtlicher Information gibt. Und Hilfestellung für Personalvertreter*innen, au wei.

Es gab da vom Verein und auch von den Funktionären keine konkreten Wünsche, welches System die neue Homepage haben sollte, sie wollten einfach eine zeitgemäße Homepage haben.

Zeitgemäß, modern, hübsch, ... wunderbar konkrete Anforderungen. Aber offenbar verstehen die damit Befassten unter zeitgemäß, modern, hübsch das, was da jetzt unter kiv.at läuft. Das haben sie dann auch verdient.

Die Idee bezüglich Wordpress kam vom Marketingexperten, der uns dieses System als einfach und benutzerfreundlich präsentiert hat, was es auch ist.

Wenn das so gewesen sein sollte, kannte der Marketingexperte offenbar Joomla nicht. Dass die Menge der Artikel auf ein Fünftel und die der Autor*innen inzwischen auf ein Zehntel gesunken ist, kann man allerdings Wordpress nicht ankreiden. Joomla auch nicht, sondern dem fehlenden Publikations- und Öffentlichkeitsarbeitskonzept plus Kompetenz in der KIV.

Unangenehm war die Stimmung erstens wegen des aggressiven Grundtones und auch deshalb, weil der Marketingexperte eindeutig als Layoutgestalter aufgetreten ist, aber vom Kläger ständig nach technischen Dingen befragt wurde. Ich habe die Obfrau nicht aus der Sitzung angerufen.

Inzwischen durch den Marketingexperten längst widerlegt, dass es einen "aggressiven Grundton" gegeben habe. Wenn er als Layoutgestalter aufgetreten ist, dann fiel die Entscheidung über das System auch nicht in seine Kompetenz. Aus seiner Sicht war die Entscheidung eine der KIV und längst gefallen. Und über die "Phantomtelefonate" habe ich eh schon einiges geschrieben.

Bei dem Email vom 1.3.2017 habe ich Fragen von der Firma Z. an den Kläger weitergeleitet. Da ging es letztlich darum, dass bei Suchmaschinen ja die alten Links erhalten bleiben, und diese alten Links müssten dann auf die neue Homepage in irgendeiner Form weiterverbunden werden. Deswegen die Anfrage, ob der Kläger das machen würde. Soweit ich mich erinnere, hat der Kläger die erste Frage auf der Beilage 71 beantwortet, die Aufgabe, die unter 2. angeführt ist, nicht gemacht, sondern letztlich auch Herr Y.

Franz hat die zweite Aufgabe nicht nicht gemacht, sondern auf eine bereits gefallene Entscheidung verwiesen, dass aufgrund des (völlig unnötigen) Zeitdrucks, den die Assistentin aufgebaut hatte, diese Aufgabe der Firma überlassen wurde

Mailauszug
"Arbeitsverweigerung"

Diese Antwort wurde Franz als "Arbeitsverweigerung" angedichtet.

Bereits bei meiner ersten Kontaktaufnahme mit dem Marketingexperten habe ich festgehalten, dass, was immer entwickelt wird, von unserem Mitarbeiter, nämlich dem Kläger, umgesetzt werden können muss. Worin diese Arbeit bestanden hätte, hat der Kläger erstmals am 16.9. erfahren. Ich habe nur als User mit Joomla gearbeitet, weiß daher nicht, ob das Layout auf Joomla umsetzbar gewesen wäre.

Da hätte eine einfache Frage an Franz gereicht. Und selbst diese Frage war nicht notwendig, weil Franz schon bei Präsentation von Joomla darauf hingewiesen hat, dass alle optischen Wünsche und Strukturänderungen im Prinzip machbar seien. Und das galt auch für die Design- und Strukturvorschläge des Marketingexperten. Aber das hat die Assistentin alles nicht interessiert. Sie wusste nicht und sie wollte nicht wissen. Am allerwenigsten wollte sie wissen, dass Franz bereit und fähig gewesen war, jedes gewünschte Design und jede Strukturänderung mit Joomla, welches sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten zulässt, umzusetzen.

Dass die Homepage über Wordpress laufen wird, habe ich selbst auch erst am 16.9. vom Marketingexperten erfahren. Der Marketingexperte hat am 16.9. das System mit Wordpress präsentiert.

Die Assistentin widerspricht sich mit fast jedem Satz.

Dass der Kläger das offenbar nicht so gesehen hat, liegt meines Erachtens daran, dass er bei der Sitzung das Projekt ja torpediert hat.

Er hat, verdammt noch mal, gefragt, warum man auf Wordpress umsteigen wolle und keine Antwort gekriegt.

Ich weiß nicht, ob dem Kläger durch einen Vorgesetzten kommuniziert wurde, dass es zu einer Umstellung auf Wordpress kommen wird.

Wieso sollte ihm das jemand kommuniziert haben, wenn doch erst an diesem 16. September Wordpress vorgestellt wurde?

Ich selbst habe es nicht gemacht, meines Erachtens hätte aber jeder, der in der Sitzung war, das erkennen können.

Was?

Zwei Personen spielen Karten, eine schaut zu.
Caravaggio, Die Falschspieler