Von diesem ewig langen dritten Teil der Obfrau-Saga läßt sich positiv nur sagen, dass es der letzte Teil ist. Dann hat sie ausgesprochen. Die folgenden Befragungen sind kürzer. Leider war auch diesmal ein Eingehen auf die vielen unrichtigen Behauptungen nötig, damit nichts von dem in diesem Prozess von Seiten der KIV Gesagten als unwiderlegt durchgehe. Auch wenns nichts nützt. Vor allem dem Franz nicht mehr. Vielleicht aber regt es den Einen oder Anderen oder die Eine oder Andere aus den Reihen der KIV an, darüber zu sinnieren, was in ihrer Fraktion alles möglich ist. Und ob dies so sein müsse.

Am 14.2. hat es ein Gespräch gegeben, an dem Der Verwaltungsbeamte, der Marktamtsbeamte und ich teilgenommen haben. Bei diesem Gespräch haben wir dem Kläger 2 alternative Vorschläge gemacht, einerseits er möge sich weiterhin um die Homepage kümmern, wobei auf lange Sicht eine Stundenreduzierung angedacht war.

Ohne über den Arbeitsaufwand für die Website sich kundig zu machen bzw. mit Franz zu besprechen, wurde ihm gleich mal Stundenreduktion, also Verringerung seines Gehalts als seine künftige Perspektive vorgestellt.

Zunächst wäre vorgeschlagen gewesen, dass es ein Jahresarbeitszeitmodell gibt, da wir davon ausgegangen sind, dass zunächst noch viel Arbeitszeit anfallen wird, die zu einem späteren Zeitpunkt ausgeglichen werden kann.

"Jahresarbeitszeitmodell" ist in diesem Zusammenhang ein anderer Ausdruck für "angeordnete und geleistete Überstunden nicht zahlen".

Die weitere Alternative wäre gewesen, dass der Kläger 30 Stunden in Wien tätig ist, aber andere Aufgaben wahrnimmt, nämlich primär die eines Gewerkschaftssekretärs und der Betreuung der Dienststellen.

Dieser Vorschlag bedeutete, dass die bisherige Arbeit von Franz als irrelevant angesehen wurde, was einen auffallenden Mangel an Respekt ihm gegenüber zeigte. Weiters, dass er seinen Arbeitsplatz um 360 km verlegen musste, zum Wochenpendler wurde. Durch die erheblichen Fahrt- und Wohnungskosten in Wien würde zudem sein Einkommen drastisch reduziert werden. Zwei Vorschläge also, die für jeden Arbeitnehmer wie ein Schlag ins Gesicht wirken würden.

Für den Fall, dass der Kläger der Stundenreduzierung zugestimmt hätte, hätte ich mich für den Kläger, und das habe ich ihm auch gesagt, bei AUGE verwandt. Ich wusste nämlich, dass auch diese Gruppierung einen Mitarbeiter sucht, und somit hätte der Kläger dann sozusagen aus 2 Gewerkschaftsfraktionen weiter ein gleichbleibendes Entgelt erzielen können.

Franz hatte der Stundenreduzierung zugestimmt, wie aus seiner weiter unten zitierten Mail ersichtlich. Hat ihm aber nichts genutzt. Was das Versprechen der Obfrau wert war, läßt sich gut aus der Aussage des hernach befragten Betriebsratsvorsitzenden entnehmen:

Mann ohne Gesicht mit grüner AnzugjackeInnerhalb der beklagten Partei habe ich keine Einsatzmöglichkeit gesehen, weil die Arbeits­plätze innerhalb der beklagten Partei unterschiedlichen Gewerkschaften zugeteilt sind, die sehr autonom agieren und daher eine Zuteilung des Klägers zu einer anderen dieser Gewerkschaften nicht möglich wäre.

Aber die Obfrau hat noch weitere Zuckerln auf Lager:

Eine weitere Möglichkeit wäre gewesen, dass wir dem Kläger ermöglicht hätten, nach Abschluss der Schulungen in Wordpress das erworbene Wissen auch im Rahmen eines Nebenerwerbes weiterzugeben und damit ein Einkommen zu erzielen.

Erstens ist es eine tolle Gnadenbezeugung, einem nach diesen Plan halbtags tätigen Angestellten zu erlauben, dass er einen Nebenjob annimmt. Zweitens zeigt dies die grandiose Ahnungslosigkeit bezüglich des Arbeitsmarktes in diesem Bereich. Musste sie auch nicht wissen. Aber Versprechungen, die nur leere Luft sind, musste sie auch nicht geben und vor Gericht als Zeichen guten Willens preisen, nachdem ihr Anwalt mit der Behauptung, dass Arbeitsplatz für Franz leicht zu finden wäre, durch die Sachverständigengutachten eindeutig in die Schranken gewiesen worden war, die nachweisen konnten, dass Arbeitsplatzchancen für Menschen in Franzens Alter in diesem Arbeitsfeld gleich null sind..

Mit dem Kläger war vereinbart, dass er sich seine Antwort bis Ende Februar/Anfang März überlegen solle. Jedenfalls haben wir dem Kläger gesagt, dass wir schnelle Lösungen brauchen und von ihm Input erwarten. Weiters haben wir ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er endlich die bezahlte Schulung wahrnehmen möge.

Soweit zum Sitzenbleiben auf den Schulungskosten. Entgegen der zuvor getätigten Aussage (im Teil 2) waren die Kosten für die Schulung also noch nicht verfallen. Mit der Kündigung aber schon. Am Abend des selben Tages hat Franz übrigens bei der Assistentin nach der E-Mail des Schulungsleiters nachgefragt. Soweit auch zur mangelnden Initiative.

Es gab aber dann auch in den nächsten Wochen keinen Kontakt und keine Initiative, erst am 10. März kam dann das Email ...

Kein Kontakt, keine Initiative? Ein Blick ins Mail-Archiv spricht eine andere Sprache. Für die Zeit von dieser Sitzung vom 14. Februar bis zum 10. März gab es zwischen Franz und KIV-Zentrale einen Austausch von

Diese Mails hätten vom Rechtsvertreter von Franz auf den Tisch geknallt gehört, um den Märchen der Obfrau von der fehlenden Initiative und Arbeitswilligkeit Franzens was entgegenzusetzen.

... erst am 10. März kam dann das Email, in welchem der Kläger vorrechnet, dass er aufgrund von Überstundenverbrauch udgl bis zur Wahl im Mai 2019 freigestellt werden sollte und danach ein Altersteilzeitmodell anstrebt.

Die Obfrau verschweigt in diesem Zusammenhang, dass sie von Gesprächen zwischen dem Marktamtsbeamten und Franz über die Vorschläge von Franz gewusst hatte. Auf weiteres Befragen gibt sie dann zu

Der Marktamtsbeamte hat mich darauf angesprochen, ob der Kläger seine Vorschläge übermitteln könne. Das habe ich natürlich zugesagt, wusste aber zu dem Zeitpunkt noch nicht, was in diesem Email Beilage 710 drinnen stehen würde.

Wenn man/frau gefragt wird, ob einem oder einer Vorschläge übermittelt werden dürfen, ist in der Regel dem Adressaten oder der Adressatin nicht bekannt, was für Vorschläge übermittelt werden, wenn die Übermittlung denn erlaubt wird. Übrigens wirft diese Passage ein bezeichnendes Licht auf die Kommunikationsverhältnisse in der KIV-Zentrale zu jener Zeit. Die waren alles, aber jedenfalls nicht herrschaftsfrei. Es ist auffällig, dass es sogar einer Mittelsperson bedurfte, die mit Franz zur Vorbereitung des Gesprächs mit der Obfrau und ihrem Stellvertreter folgende Mails austauschte:

Wie sag ichs der Obfrau? Und darf ich überhaupt?

2. März 2017 Marktamtsbeamter an Obfrau, ob Franz ihr seine Vorschläge schicken darf. Obfrau gewährt.

6. März 2017 Franz an Obfrau Liebe [Obfrau], Danke für deine Bereitschaft, über meinen Vorschlag zu reden. Welche weitere Vorgangsweise ist für dich am einfachsten: wir telefonieren wir treffen uns in Wien ich schicke dir den Vorschlag kompakt zusammengefasst oder eine andere Vorgangsweise Ich schick die E-Mail auch an [den Verwaltungsbeamten] und [den Marktamtsbeamten], weil sie bei der letzten Sitzung ebenfalls dabei waren. Servus Franz

6. März 2017 Obfrau an Franz Hallo Franz! In Absprache würde uns ein kompakte Zusammenfassung gut gefallen. Lg Obfrau und Verwaltungsbeamter

8. März 2017 Franz an den Marktamtsbeamten: Lieber [Marktamtsbeamter], mein Entwurf an dich, ob dir was unverständlich erscheint: [Es folgt Entwurf]

8. März 2017 Marktamtsbeamter an Franz: hallo franz! für mich fehlte die info bis wann die altersteilzeit dann läuft (2023?) und wann sind die wieviele mehrleistungen angefallen, also eine etwas genauere aufschlüsselung sonst kenn ich mich aus ich halte die daumen - aber für die mehrdienstleistungen habe ich gar kein gutes gefühl (hab ich eh schon gesagt) lg [Marktamtsbeamter]

9. März 2017 Franz an Marktamtsbeamten: ad "für mich fehlte die info bis wann die altersteilzeit dann läuft (2023?)" Ist der letzte Absatz unklar? "Sämtliche Überlegungen beschränken sich auf den Zeitraum bis zur Wahl im Mai 2019 bzw. den sich daraus ergebenden Verhandlungsergebnis." Daraus leite ich die Altersteilzeit für das Jahr 2019 ab. Was dann nur 1 Jahr wäre und die KIV über das Wahlergebnis hinaus an mich binden würde. Ich kann noch einen Deal mit Meidlinger reinschreiben, um den Zeitraum idealerweise bis 2023 zu vereinbaren. Wollt ich nicht reinbringen, weil die Übersicht kompakt sein soll. Der Zeitraum ist eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und -nehmer. Ad "und wann sind die wieviele mehrleistungen angefallen, also eine etwas genauere aufschlüsselung" Ist das klarer: "Die Mehrstunden-Aufzeichnungen sind von 2007 bis 2014 geführt, einzig im ersten Halbjahr 2016 kamen nennenswerte Mehrstunden aufgrund des Umbaues der Homepage und deren Rückumbau in Vorbereitung der CMS-Umstellung zustande." Ich kann das pro Jahr aufschlüsseln (und auf Monat und Tag), aber es soll jetzt mal kompakt sein. Ich kann am Ende dazuschreiben, dass ich genauere Unterlagen sende, wenn gewünscht.

9. März 2017 Marktamtsbeamter an Franz: ende altersteilzeit ist jetzt für mich klarer - ich glaube, da braucht es keine ergänzung. meidlinger ist - soweit ich weiß - eh keine option. und der neu gefasste passus wegen mehrstunden erscheint mir jetzt auch wesentlich klarer. liebe grüße Marktamtsbeamter

9. März 2017 Franz an Marktamtsbeamter: Danke, jetzt bekommt es M. zum lesen, dann [Obfrau] und [Verwaltungsbeamter]

Was stand nun in diesem Vorschlag von Franz, der angeblich solche Empörung unter einem eher zufälligen Ensemble von KIV-Aktivist*innen, denen dieser Vorschlag vorgelegt wird, hervorrief, dass diese dazu gar nicht befugte Runde die Obfrau dazu ermächtigte, sich selber die Aufforderung zur Kündigung zu übermitteln? Hier (Titel ist der letzte Satz, der zeigt, dass Franz einen Vorschlag machte und kein Ultimatum und bereit war, über alles zu reden. Fett und rot stammen von mir:

Liebe [Obfrau], lieber [Verwaltungsbeamter], danke für euer Bereitschaft, euch meinen Vorschlag anzusehen.

Der Vorschlag zur Reduzierung meiner wöchentlichen Arbeitszeit von jetzt 30 auf 20 Stunden zum ehebaldigsten Zeitpunkt, damit die frei werdenden 10 Stunden in der KIV-Zentrale verwendet werden können, besteht aus folgenden Punkten:

- Altersteilzeit Aufstockung der 20 Stunden auf 24 Stunden ab 1.1.2018, da für die Altersteilzeit im Jahr vor dem Antritt das Beschäftigungsausmaß höchstens 40 Prozent unter der kollektivvertraglichen Arbeitszeit liegen darf. Beginn der Altersteilzeit mit 1.1.2019. Kurzinfo: Die ArbeitnehmerInnen können ihre Arbeitszeit um 40 bis 60% verringern und erhalten mit einem Zuschuss des Arbeitsmarktservice zwischen 70 und 80% des bisherigen Einkommens. Die Länge wird zwischen Arbeitgeber und -nehmer vereinbart, maximal sind es 5 Jahre.

- Urlaube, Mehrstunden Nach meinen Aufzeichnungen stehen 48 Wochen sowie 1000 Stunden zum Abbau an, der soll bis zur Wahl 2019 erfolgen. Der Urlaub ist von 2008 bis 2017 mit je 5 Wochen berechnet. Genaueres muß noch eruiert werden (zum Beispiel sechste Urlaubswoche ab dem 26. Arbeitsjahr). Die Mehrstunden-Aufzeichnungen sind von 2007 bis 2014 geführt, einzig im ersten Halbjahr 2016 kamen nennenswerte Mehrstunden aufgrund des Umbaues der Homepage und deren Rückumbau in Vorbereitung des CMS-Wechsels zustande. Alle Informationen zur Altersteilzeit sind aus dem Internet und geben nur einen groben Überblick. Falls wir uns auf den Vorschlag verständigen, werde ich wenn gewünscht bei Arbeiterkammer, PVA oder sonstigen Einrichtungen die Details und offene Fragen klären.

Sämtliche Überlegungen beschränken sich auf den Zeitraum bis zur Wahl im Mai 2019 bzw. den sich daraus ergebenden Verhandlungsergebnis.

Das ist wie vereinbart der Vorschlag in kompakter Form, der naturgemäß mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Ich bin selbstverständlich gerne bereit, alle Fragen zu beantworten und hoffe, dass wir eine gemeinsame Lösung finden.

Liebe Grüße Franz

Das war für uns völlig inakzeptabel, da wir die Tätigkeit des Klägers vor der Wahl im Mai 2019 gebraucht hätten und überdies für die Zeit nach der Wahl angesichts der Unsicherheit bei den Fördergeldern keine verbindlichen Zusagen machen konnten.

Franz war bereit gewesen, auf den Vorschlag mit den 20 Stunden einzugehen, womit auch klar war, dass er in Wahlzeiten zur Verfügung stehen würde. Er hatte aber die offenen Fragen wegen Überstunden und Urlaubsresten endlich vom Tisch haben wollen. Es hätte genügend Optionen für eine gemeinsame und alle befriedigende Lösung gegeben. Die von der KIV-Zentrale gewählte hat übrigens gerade dazu geführt, was hier als Grund für das nicht mal diskutieren von Franzens Vorschlag angegeben wurde: Bei der Wahl 2019 stand niemand vom Kaliber eines Franz' zur Verfügung. Ergebnis in der Hauptgruppe I sieht auch danach aus.

(Nur gerüchteweise habe ich gehört, dass der Kläger sich an eine Zeitung wenden wollte und dort publizieren wollte, in welcher Weise „mit Mitarbeitern in linken Organisationen umgegangen wird")

Das "Gerücht" entbehrte zwar jeder Grundlage damals, aber diese Aussage deutet darauf hin, dass es der Obfrau selbst bewusst war, was sie einem langjährigen verdienten Aktivisten und Angestellten da zumutete bzw. mit welcher Verachtung seine bisherige Tätigkeit abgetan wurde.

Dieses Email Beilage 710 wurde dann im Kreis der Funktionäre besprochen und dort gemeinsam die Entscheidung gefällt, dass das Dienstverhältnis des Klägers zu beenden sei.

Der "Kreis der Funktionäre" war ein ziemlich willkürlicher und nach KIV-Prinzipien nicht dazu befugt, eine solche Entscheidung zu fällen. Die wäre alleine in die Kompetenz des Plenums gefallen. Doch ein solches hat es zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben. Alle Beteiligten dieses "Kreises der Funktionäre" müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie sich eine Entscheidungskompetenz angemaßt haben, die ihnen nicht zustand. Es ist auch bezeichnend, dass niemand aus diesem Kreis (mit 1 Ausnahme) es der Mühe wert gefunden hat, auf Franzens schriftliche Fragen, was ihr Beweggrund für die Zustimmung zur Kündigung gewesen sei, zu antworten. Geschweige denn, dass wenigstens einer oder eine bei dieser Sitzung den Vorschlag gemacht hätte, mit Franz nochmals zu reden. Das "nochmals" habe ich wieder durchgestrichen, weil auch vorher niemand mit ihm geredet hat aus diesem "Kreis der Funktionäre". Oder eine der anderen Kommunikationsmedien in Anspruch genommen hätte. Angeblich sei die Anführung der Überstunden und der Urlaubsreste der Auslöser für die illegale Zustimmung zur Kündigung gewesen. Soweit ich weiß, hat niemand von den dabei Gewesenen Franzens Angebot auf Nachweis der Stunden angenommen. Als Beweggrund für die Präsentation der Gutstunden und Resturlaube vermute ich, dass Franz durch das Umschalten der KIV-Zentrale von einer solidarischen Kampfgemeinschaft in den Arbeitgebermodus vermutlich die Gefahr sah, dass sich später niemand daran erinnern würde wollen. Daher wies er im Zuge der Annahme des 20-Stundenvorschlags auf das hin, was im Grund allen bekannt hätte sein müssen, wenn es sie interessiert hätte und sie einen Blick auf die Dateien geworfen hätten. An erster Stelle natürlich die Obfrau.

Es war aber eigentlich angestrebt, dass der Kläger sich an den Betriebsrat wendet, damit im Ergebnis eine einvernehmliche Lösung erzielt werden kann.

Als ob das Sache des Dienstgebers sei, ob ein Angestellter sich an den Betriebsrat wendet ...

Die angesprochene Sitzung im Funktionärskreis habe ich in einem Gedächtnisprotokoll Beilage 712 kommuniziert. Die einvernehmliche Auflösung ist letztlich nicht zustandegekommen, der Betriebsratsvorsitzende hat offenbar Kontakt mit dem Kläger gehabt und hat eine Liste von Forderungen übermittelt. Auf ein Gegenmail unsererseits hat der Kläger nicht mehr reagiert. Nach der Kündigung habe ich vom Kläger gar nichts mehr gehört. Ich habe dann erst durch die Klage erstmals wieder vom Kläger gehört.

Die Obfrau hat es vorgezogen, nicht selbst Franz mitzuteilen, dass sie ihn kündige, sondern dieses ungute Geschäft dem Betriebsratsvorsitzenden überlassen. Dass ein Betriebsrat eine solche Aufgabe übernimmt, ist eher unüblich. Die meisten BR würden dem Arbeitgeber sagen: macht euch euren Dreck selber oder ein Gespräch der Beteiligten vor der Kündigung einfordern. Doch davon später. Die besagte Gegenmail der KIV enthielt ein Angebot zur einvernehmlichen Kündigung, das in nichts darüber hinausging über das, was Franz ohnehin gesetzlich zustand. Die damalige Rechtsvertreterin schüttelte damals nur den Kopf darüber und bereitete die Klage vor. Daher erübrigte sich eine Reaktion auf diese Mail.

Über Befragen durch den BV: Etwa 20 Funktionäre verzichten auf ihre Funktionsgelder und stellen sie uns zur Verfügung. Dabei sind die Beträge durchaus unterschiedlich.

Hat keinerlei Bezug zu Franz, da sein Gehalt direkt von der Gewerkschaft kam und nicht von Funktionär*innenverzicht. Apropos, weil immer so groß von "Verzicht" der Funktionär*innen geredet wurde in diesem Prozess. Ich kann mich gut erinnern, als ich KIV-Delegierter im Wiener Vorstand war: die Sitzung fand während der Dienstzeit statt. Es gab für alle Delegierten ein gratis Mittagessen, gratis Getränke und ebenso Kaffee. Also keinerlei Aufwendungen für die Einzelnen notwendig. Daher war es für uns klar, dass dieses Geld in den gemeinsamen Topf der KIV zu fließen hat. Aus diesem Topf erhielten wir umgekehrt aber auch Ersatz für alle unsere Kosten, wie Druckkosten, Raummieten, Computer, falls notwendig. Es war und ist also ein faires System. Unfair würde ich es finden, wenn jene, die Funktionen in höheren Gremien haben, wo Funktionsgelder bezahlt würden, diese einsteckten, während ihre Mitstreiter*innen, welche diese Gremiensitze nicht inne haben, aber genausoviel hackeln, leer ausgingen. Da niemand in die KIV gegangen ist um des Geldes willen, tatsächlich allen bewusst ist beim Einstieg, dass ihre allfälligen Karrieren im Gemeindedienst allenfalls durchwachsen sein würden, würde es ein Zweiklassensystem innerhalb der KIV bedeuten, wenn die einen Funktionsgebühren einheimsen und die anderen nicht. Aber man hört, das soll sich eventuell ändern.

Es hat sich rückblickend herausgestellt, dass der Aufwand oder die zu verwendende Arbeitszeit auf die Homepage wesentlich geringer geworden ist. Rückblickend sind wir auch zu dem Schluss gekommen, dass der Arbeitsaufwand des Klägers bzw die verzeichneten Stunden nicht gerechtfertigt waren. Die Homepage wird von der Assistentin in einem ganz geringen Ausmaß mitbetreut, sie hat ihre anderen Aufgaben beibehalten. Darüber hinaus gibt es diese Wartungsfirma, die Leistungspakete in Höhe von 10 Stunden verrechnet, wir nehmen diese Leistungspakete, weil es billiger ist als die Einzelstunden. Einmal im Jahr ist ein Aufwand von 5 Stunden für die regelmäßige Überprüfung der Homepage erforderlich. Darüber hinaus gibt es keinen Aufwand mehr. Über Vorhalt der Urkunde Beilage 717: Dabei handelt es sich um die Rechnung für ein solches 10-Stunden-Paket. Die inhaltlichen Beiträge werden von den Mitarbeitern selbst oder von der Assistentin auf die Homepage gestellt.

Der Unterschied ist etwa wie der zwischen Schweizer Messer (Joomla-Installation) und Nagelfeile (also das, was jetzt als Webauftritt der KIV daherkommt).

Schweizer Messer
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Swiss_army_knife_closed_20050612.jpg
Nagelfeile
Nagelfeile - Frank C. Müller [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Zu dem Thema ist in diesem Blog aber schon derart viel geschrieben worden, dass es sich erübrigt, hier nochmals darauf einzugehen. Sintemalen zu befürchten ist, dass bei der Analyse der Einvernahme der Assistentin eh wieder darauf zurückzukommen sein wird.

Auf die Frage, warum der Kläger, wenn die Kritik bereits seit 2011 anhält, nicht früher gekündigt wurde: Aus heutiger Sicht denke ich mir auch, dass man früher hätte reagieren müssen. Wir haben dem Kläger aber sehr lange vertraut, dass er weiß, was für uns das Richtige ist.

Ist meiner Meinung nach eine der perfidesten Aussagen des gesamten Prozesses. Darauf folgt die Wiederholung von Erwähnungen angeblicher Gespräche. Das hatten wir schon, ich zitiers hier nur:

Ich weiß, dass bereits mein Mann mit dem Kläger über die Verbesserung der Homepage gesprochen hat. Ich selbst habe ihn praktisch immer, wenn ich ihn gesehen habe, darauf angesprochen, öfter zwischen Tür und Angel, die Anzahl dieser Gespräche kann ich nicht mehr nennen. Sehr deutlich und klar habe ich mit ihm darüber gesprochen nach der Beerdigung meines Mannes, als ich die Funktion übernommen habe. Ich habe den Kläger im Sommer 2016 erstens darüber informiert, dass ich die Führungsaufgaben, die mein Mann inne gehabt hat, übernehme und dass ich in Zukunft seine Vorgesetzte bin.

Ich habe ihn auch eingeladen, obwohl er bei dem Gespräch im Mai nicht dabei war, an dem neuen Projekt Homepage, das ich vorantreiben wollte, aktiv teilzunehmen. Damals habe ich auch gesagt, dass sein Arbeitseinsatz sich steigern müsse

Die Feststellung der Obfrau dürfte eher als Show fürs Gericht gedacht gewesen sein, denn dass Franz an der Website arbeitet, daran bestand bis dahin ja kein Zweifel. Und aufgrund von was glaubt die Obfrau wissen zu können, dass der Arbeitseinsatz von Franz nicht ausreichend war? Dazu lassen wir mal Franz zu Wort kommen:

Nach der Umstellung 2013 auf Joomla habe ich der Obfrau erzählt, was ich so mache – ich kam nicht weit: Gähnen, Hand vor den Mund, "Ach, Technik, uninteressant. Du machst das schon". Gut, muß nicht sein, vielleicht falschen Zeitpunkt erwischt. Beim nächsten Aufenthalt in Wien: Dasselbe – zu erzählen angefangen, idente Reaktion. Ok, ich nerve nicht, wenn eh alles passt, erzähl ich nicht weiter.

Hier sei nochmals erinnert, dass sowohl Obfrau und ihr Stellvertreter, der Verwaltungsbeamte, also die beiden, welche die Kündigung exekutierten, von sich selber sagen, dass sie keine Ahnung von Web und Websites haben.

und dass der Zusammenhalt in der Organisation nicht mehr gegeben sei, wenn von seiner Seite kein Einsatz zu bemerken ist, während die Funktionäre für sein Einkommen tätig sind. Der Kläger hat genickt und nach einem weiteren Treffen gefragt.

Die Funktionär*innen der KIV sind oder sollten sein, für gewerkschaftliche und personalvertreterischer Anliegen der Kolleg*innen tätig und nicht für das Einkommen der Angestellten. Dieses speist sich je nach Fraktionsstärke aus dem Budget der Teilgewerkschaft, in diesem Fall der younion. Auch diese moralinsaure und falsche Aussage dürfte zum Beeindrucken des Gerichts gemacht worden sein. Dass Franz sowas widerspruchslos nickend hingenommen hätte, ist kaum vorstellbar.

Ich habe ihm darauf mitgeteilt, dass die Assistentin die Angelegenheit koordiniert, er aber an dem Projekt beteiligt sein soll und sich um entsprechende Schulungsmaßnahmen kümmern möge. Zu der Sitzung am 18.5.2016 kann ich nur sagen, dass Frau X. angegeben hat, dass der Kläger nicht kommen werde, einen Grund hat sie nicht genannt.

Es sei daran erinnert, dass Franz immer wieder betonte, dass dieses "Begräbnisgespräch" so nie stattgefunden habe, sondern zu diesem Zeitpunkt nur kondoliert und Bemerkungen über den Verstorbenen ausgetauscht wurden. Was ja auch der Realität einer solchen Situation viel eher entspricht als ein "Ich bins jetzt, deine Chefin", was zudem überflüssig war. Siehe dazu auch. Die Sache mit dem Maitermin ist inzwischen eh genug abgehandelt. Siehe u.a. oben im diesem Beitrag.

Bei der Besprechung am 18.5.2016 hat uns der Marketingexperte über den Stand der Technik hinsichtlich Homepages informiert.

Über den Stand der Technik hätte Franz des langen und breiten informieren können. Gerade auch im Hinblick auf die Weiterentwicklung der KIV-Website. Beispielsweise stand für ihn damals eine Umstellung auf das sicherere und in Suchabfragen bevorzugte SSL-(TLS)-Verschlüsselung (zu erkennen an https statt http bei Webadressen und der Kennzeichnung als "sicher" in der Browser-Adresszeile) im Raum, was damals sich erst allmählich durchsetzte, heute aber allgemeiner Standard ist. So auch bei diesem meinem Blog ;-). Und er hätte diese Umstellung, die bei so großen Websites keineswegs trivial ist, gerne zur Debatte gestellt. Dass die KIV-Website seit der Kündigung bis heute keine sichere Verbindung ist, sei nur nebenbei, aber gerne erwähnt. Zum Vergleich:

sicher:

Bildschirmfoto
Firefox
Bildschirmfoto
Chrome

unsicher:

Bildschirmfoto
Firefox
Bildschirmfoto
Chrome

Dass eine solche Website wie die der KIV kein allgemeines Vertrauen einflößt, wenn schon beim Aufruf eine Sicherheitswarnung im Browser erscheint, ist naheliegend. Auch andere Themen zum Stand der Technik hätte Franz gerne und kundig angesprochen. Wie etwa im Sinne einer Corporate Identity die Festlegung einer gemeinsamen Schrift für alle KIV-Publikationen. Aber das interessierte niemanden. Doch dann kam der Guru (der für diese seine Rolle gar nichts konnte, weil das Gurumäßige liegt bekanntlich im Auge des Betrachters bzw. der Betrachterin. Womit wir bei der Assistentin und ihrer Heilserwartung wären) ... O.k., weiter:

Moderne Homepages haben mehr Bildsprache angeboten als unsere damalige,

Über Verstärkung bildgestalterischer Elemente auf Websites lässt sich trefflich diskutieren. Es gibt da auch keinen Königsweg, denn einerseits soll der Bezug zu den Inhalten gewahrt bleiben, andererseits nach Möglichkeit ein übergreifender Stil gefunden werden. Das Problem war Franz bewusst, die Diskussionen darüber im Netz waren ihm bekannt und er arbeitete dran. Wer damals die KIV-Website regelmäßig verfolgte, konnte ihre stilistische Weiterentwicklung auch gut beobachten. Es macht im übrigen auch einen Unterschied, ob eine Website für einen Karneval, einen Buchverlag, eine Kochseite entwickelt wird oder für eine gewerkschaftliche Gruppierung. All diese unterschiedlichen Ansprüche an Text- und Bildsprache verlieren sich in der Bezeichnung "Moderne Homepages", die sich damit als Kandidat fürs Bullshit-Bingo bewirbt. Was im übrigen auf der aktuellen KIV-Website an "Bildsprache" geboten wird, kann bestenfalls als 0815-Bildsprache bezeichnet werden, als von den Inhalten abgehobene, bemühte Behübschungen mit in graphischer Hinsicht billigst gestalteten Bildelementen. Und bunt zum Augen raus hauen. Aber ok. Weiter im Text:

ein einfacheres, übersichtlicheres Suchsystem

Der Unterschied:

Joomla: Eingabe des Suchbegriffs und 1 Klick

Suchfeld mit häufigsten Suchbegriffen

Wordpress: 1 Klick, Eingabe des Suchbegriffs, noch 1 Klick

Suchfeld aufrufen

Aufgerufenes Suchfeld

Was ist nun das einfachere, übersichtlichere Suchsystem? In den Suchergebnissen unterschieden sie sich jedenfalls nicht. In der Schnelligkeit auch nicht. Bei der Joomla-Homepage werden zudem die häufigsten Anfragen gleich als Vorschlag angeboten, da reicht überhaupt nur 1 Klick ohne Eingabe. Ein einfachereres, übersichtlicheres Suchsystem halt.

und sind insgesamt benutzerfreundlicher. Er hat uns auch das System Wordpress vorgestellt.

Wie schon zum Speiben oft dargestellt: Bei Joomla und Wordpress ist (besser war damals) der Editor, also die Eingabemaske, der selbe, nämlich TinyMCE. Franz hat aber für Joomla einen anderen installiert, der auch für ganz unerfahrene UserInnen durch vereinfachte Oberfläche noch leichter zu bedienen war. Es hat nix mit "modern" zu tun, sondern mit Qualität des Systems. Ob der Marketingexperte es war, der Wordpress vorgestellt hat, oder die Assistentin, oder ein geheimnisvoller Dritter, darin unterscheiden sich die Aussagen. Ist auch egal. Jedenfalls hat die Entscheidung, ob Joomla oder Wordpress, nichts mit den oben gestellten Anforderungen an "Moderne Homepages" zu tun. Beide erfüllen sie. Joomla besser. Es fand hier durch die KIV-Gläubigen offenbar eine Verwechslung zwischen Design und System statt. So wie es Elisa Foltyn so treffend sagt:

Nur für einen optischen Relaunch das System zu wechseln ist, als ob man ein neues Haus bauen würde, das genau den gleichen Grundriss, Lage etc. wie das alte hat, nur weil man die Fassade anders streichen möchte. Ziemlich unsinnig.

Jedenfalls scheinen sich bei diesem Treffen Blinde und Taube darüber geeinigt zu haben, dass sie das Haus auf alle Fälle abreissen lassen, damit der neue Anstrich auch gut zur Geltung komme

Aus der Sitzung im Sommer bin ich von 2 Mitarbeiterinnen angerufen worden, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, dass die Sitzung eskaliert und ich kommen möge. Ich war aber gerade beim Friseur und nicht in der Lage.

Diesmal kommt also die Friseur-Variante zum Tragen. Die friseurlose Variante wurde von der Obfrau im vorigen Beitrag präsentiert:

von der Assistentin habe ich nachträglich gehört, dass diese Sitzung sehr emotional gewesen sein dürfte

Was denn nun? Hat die Obfrau während ihres Wohlfühltermins von einer Aufregung, die in den Augen des Marketingexperten keine war, durch zwei Anrufe erfahren oder erst nachher durch die Assistentin? Diese übrigens bestreitet, die Obfrau aus der Sitzung heraus angerufen zu haben. Bliebe nur die Kollegin X. Die hatte aber keinerlei Grund dazu, weil sie ebenfalls an einer Diskussion mit dem Marketingexperten über die Gründe für eine Umstellung auf Wordpress interessiert war. Welche geheimnisvollen Mitarbeiterinnen gibt es da noch in der KIV? War die Bürokraft anwesend? Was mich wundern würde, weil eigentlich nicht zu ihrem Aufgabengebiet gehörig. Es gab also zwei Anrufe oder es gab sie nicht und von einer Mitarbeiterin wissen wir, dass sie es jedenfalls nicht gewesen war. Mir scheint, dieser kleine Verwirrtango passt gut dazu, wie sonst in der Angelegenheit von Obfrau und Anhang gearbeitet wurde.

Über Vorhalt des Vorbringens des Klägers, dass über seinen Vorschlag Beilage ./10 nicht mehr gesprochen worden sei: Aus diesem Email haben die Funktionäre eigentlich abgeleitet, dass beim Kläger die Arbeitswilligkeit nur mehr sehr eingeschränkt vorhanden ist und jedenfalls bis zur Wahl im Mai 2019 keine weiteren Aktivitäten oder Initiativen zu erwarten sind. Daher hat man sich entschlossen, das ohnehin getrübte Dienstverhältnis zu beenden.

Ein Arbeitnehmer nimmt einen Arbeitszeitvorschlag an, der für ihn eine Einkommensverminderung darstellt und nimmt aber auch von seinem Recht Gebrauch, offene Fragen zur Lösung auf den Tisch zu legen. Er betont noch, dass über alles geredet werden könne und er zu jeder Auskunft bereit sei.

Dies wird von einem zusammengewürfelten "Kreis der Funktionäre" einer Gewerkschaftsfraktion als nur mehr eingeschränkt vorhandene Arbeitswilligkeit bösinterpretiert und sie beschließen ihn halt zu feuern. Auch wenn sie dazu nicht befugt sind. Aber einem Funktionär ist nichts zu schwär, wie es bei Daniel Düsentrieb heißen würde.

Dem Kläger war bekannt, dass seit 2011 Kritik geübt wurde. Der Kläger hat dann auch versucht, Änderungen vorzunehmen, indem er schönere Fotos hineingestellt hat udgl. Der Kläger hat also versucht, im bestehenden System Änderungen zu machen, aber nicht erwogen, das System umzustellen.

Hier stimmt gar nichts. 2011 hat es die Joomla-Website noch gar nicht gegeben. Damals wurde Divine verwendet, welches der ÖGB-Verlag für die KIV damals hostete. Um diese Zeit sah sich Franz (der sich auch mit einigen aus der KIV v.a. mit Troopy darüber beriet) danach um, ob es ein besseres, billigeres und leichter zu bedienendes System gäbe. Das Ergebnis war Joomla. Franz hate also sehr wohl "erwogen, das System umzustellen". Als es Sinn machte. Von Divine auf Joomla. Und hernach bestand und würde auch jetzt kein Grund dafür bestehen. Wenn das Haus eines neuen Anstriches wegen nicht zerstört worden wäre, um im Bild von Elsa Foltyn zu bleiben.

Im August war der Kläger zu dem Sitzungstermin mit dem Marketingexperten in Wien.

Diesen Termin hat es nicht gegeben. Die Obfrau erzählt Quatsch.

Ich hätte erwartet, dass der Kläger im Quartal September bis Dezember 2016 nach Wien kommen soll.

In diesem Quartal war Franz auch in Wien - beim Termin im September.

Es ist grundsätzlich richtig, dass der Kläger am 2.12.2016 zu dieser Schulung nach Wien hätte kommen sollen. Der nächste Termin war im Februar 2017 auf unsere Einladung hin. Einen Schulungstermin betrachte ich nicht als Quartalstermin. Es wäre ein Teamtermin erforderlich gewesen, in welchem der Kläger zumindest mit den Büromitarbeitern zusammentrifft, und ein wechselseitiges Update erfolgt.

Ein Teamtermin erfordert aber auch eine Terminisierung, für welche sichergestellt werden müsste, dass die Büromitarbeiter*innen auch dabei sein können. Weil sonst spielts kein "wechselseitiges Update" nie nicht. Und da die KIV zu jener Zeit offenbar kommunikationstechnisch über Rufentfernungen nicht hinauslangten, kam es auch nicht zu solch einem Termin, der ja nur zentral organisiert werden konnte. Und wer war schuld? Franz, wer sonst?

Der Termin am 2.12. wurde zwischen dem Kläger und der Assistentin vereinbart. Die Mitarbeiter sind im Büro an ihren Festnetzanschlüssen erreichbar. Privat haben sie auch Handys. Es gibt auch eine Mailadresse, es ist aber nicht so eingerichtet, dass die Mitarbeiter über ihre privaten Telefon-und Internetanschlüsse diese Mails abfragen können. Die Assistentin wird nicht vertreten, wenn sie nicht anwesend ist.

Sagte ich doch, kommunikationstechnisch mehr so im ruralen Netzloch. Jedenfalls im Bewusstsein der Obfrau. Aber dann wird ihr offenbar eingesagt:

Ich präzisiere meine Aussage. Jeder Mitarbeiter kann vom PC-Anschluss oder Internetanschluss zu Hause die dienstlichen Emails abfragen, dazu besteht aber keine Verpflichtung.

Es gibt also doch kommunikative Stränge, welche über Rufverständigung hinausgehen. Aber sie werden nicht genützt.

Die Umstellung auf Wordpress hat sich längere Zeit abgezeichnet, es war sicher auch schon im August davon die Rede. Ganz definitiv geht das jedenfalls aus der Urkunde Beilage 7G hervor. Die Entscheidung wird aber eigentlich von den Funktionären und Funktionärinnen getroffen und das war bereits im Mai.

Welche Funktionäre und Funktionärinnen sich für Wordpress auf welcher Grundlage entschieden haben sollten, geht aus dieser Aussage der Obfrau nicht hervor. Dass Franz lange damit nicht "behelligt" wurde und er erst auf eigene Initiative und Kontaktaufnahme mit der dafür Verantwortlichen davon erfuhr – darüber ist schon berichtet worden. Aber über sowas schweigt die Obfrau lieber.

Nach meiner eigenen Wahrnehmung gab es keine Kommunikation mit dem Kläger darüber, dass das Stundenausmaß ausgedehnt oder abgesenkt werden sollte oder der Kläger mit seinen Stunden nicht auskommt. Das erste Mal war das der Fall, als wir ihm die beiden alternativen Modelle im Februar 2017 präsentiert haben.

Ein schönes Schlusswort. Jahrelang wurde mit Franz nicht geredet über seinen Arbeitsplatz, seine Aufgaben, seine Vorstellungen. Dann wird ihm plötzlich und in abwertender Weise die Alternative Kürzung derArbeitszeit oder ein Pendlerdasein in Aussicht gestellt, besser gesagt, vor den Latz geknallt. Und als er zwar der Kürzung zustimmt, aber eigene Ansprüche zu kommunizieren wagt, wird er umgehend gefeuert.

Wie heißt es so schön auf der KIV-Website:

Das leben wir: Solidarität, Transparenz, Kompetenz, Abgrenzung gegen Rechts, faire, demokratische Entscheidungsprozesse.