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Wollen teilweise selber Artikel draufstellen - nach Anlass. System zur Bearbeitung sehr aufwendig. Kann nicht auf leichtere Weise umgestellt werden? Wer schreibt Artikel für die Homepage? Bitte überlegen, wie wir das zukünftig machen. Schult Franz Leute noch auf Homepage ein? Wir werden auf Wordpress umstellen. So können alle damit arbeiten. Einschulungen werden wir zukaufen.

1. Content Management Systeme (CMS) wie Joomla, Wordpress ... finden ihren ureigenen Zweck darin, Menschen, die nur über wenig Computerkenntnisse verfügen, das Onlinestellen von Artikeln zu ermöglichen. Es reichen rudimentäre Wordkenntnisse. Und wenn selbst diese nicht vorhanden sind, dann war es immer möglich, Texte zu übermitteln, die dann von Franz entsprechend eingearbeitet wurden. Daher verwundert der erste Satz sehr und die Behauptung, dass die Bearbeitung in Joomla sehr aufwendig sei, noch mehr. Ein kurzer Anruf bei Franz oder auch nur eine kurze Google-Suche hätte den unbedarften Fragestellern erstens das gerade Geschriebene vermitteln können und weiters ganz konkret, dass Joomla und Wordpress den selben Editor verwenden, nämlich TinyMCE. Also keinerlei Unterschied:

Bildschirmfoto TinyMCE
TinyMCE für Joomla, Wordpress

Franz verwendete für Joomla allerdings den Joomla Content Editor, der den Vorteil hat, je nach Benutzer*innen-Kenntnisse eine entsprechende Oberfläche zu gestalten. Also eine ganz einfache für unerfahrene Benutzer*innen oder mehr Möglichkeiten für Erfahrenere. Hier ein Beispiel für eine üppige Auswahl von Möglichkeiten, die beispielsweise reduziert werden konnten auf fett, kursiv, linksbündig, Fließtext, Überschriften:

Bildschirmfoto Joomla Content Editor
Joomla Content Editor

Der Joomla Content Editor ist durch diese personenbezogene Konfigurierbarkeit „narrensicher“. So gesehen hat sich mit dem Wechsel von Joomla zu WordPress nichts verbessert. Im Gegenteil: für unerfahrene Benutzer*innen ist die Vereinfachungsoption weggefallen. Oder umgekehrt: erfahrene Benutzer*innen kommen ebenfalls über rudimentäre Formatierungsoptionen nicht hinaus.

Unabhängig vom Editor und von der Installation sind aber bei allen Artikeln aller CMS-Systeme gewisse formale/inhaltliche Vorgaben zu beachten, wie Formatvorlagen für Überschriften, Zwischenüberschriften, Zitate sowie Beschlagwortung und Zuweisung zu Kategorien.

2. Zu diesem Zweck hatte Franz auch Schulungen angeboten und durchgeführt, wie hier zu sehen ist:

Auch einige Mitglieder des KIV-Vorstands, in deren Beisein obige Klagen geführt wurden, sind unter den Schulungsabsolvent*innen.

3. Dass auch ein einfaches System beim Eingeben von Texten Struktur und Überlegung braucht, glaubte der KIV-Vorstand, der es auf schnellem Wege, zeitnah und gratis von Franz erfahren hätte bzw. die Teilnehmer*innen der Schulungen auch tatsächlich erfahren haben, wohl erst dann, als es ihm viele Monate später ein Marketingexperte gegen Bezahlung bestätigte:

Der Experte schreibt über Optimierung für Suchmaschinen
Aus einer Mail des Marketingexperten

Offenbar sind Informationen, die nichts kosten, für die KIV nichts wert. Nebenbei: das SEO-Plugin für Wordpress ist bei Joomla bereits im Programm enthalten.

4. Der Entschluss, auf Wordpress umzusteigen kam plötzlich und ohne jedwede sachliche Entscheidungsgrundlage oder Erörterung mit Leuten, die sich mit CMS-Systemen auskannten. Vermutlich übers Hörensagen, dass es da etwas gäbe, das sich die Texte selber schreibe und online stelle ... Franz wurde – was inzwischen niemanden mehr überraschen wird – vor dieser Entscheidung nicht darüber informiert oder gar befragt.

5. Besonders grotesk ist, wenn geplant wird, Schulungen zuzukaufen. Schulungen, in denen denselben Leuten, die bereits eine Schulung gemacht haben, nochmals gezeigt wird, wie man mit einem Editor umgeht und formale Vorgaben beachtet. Diesmal um teures Geld und nicht umsonst. Korrektur: Die Durchführung von Schulungen durch Franz war auch nicht umsonst, denn sie fielen natürlich in seine Arbeitszeit. Womit wir schon der Frage ein wenig vorgreifen und eine der Antworten liefern zu: was Franz denn eigentlich so gearbeitet habe ...

Falls inzwischen solche Schulungen durchgeführt wurden – der Output ist überschaubar:

Von den insgesamt

1241

Artikeln seit der Wahl 2014 sind

1121

noch via Joomla-Oberfläche gemacht worden

120

seit der Einführung von Wordpress

Ist zu erwarten, dass bald wieder in einem Protokoll des KIV-Vorstandes Ähnliches zu lesen sein wird wie das?

Protokoll mit Wunsch, auf 'leichtere Weise' umzustellen

Was wäre das korrekte und sinnvolle Vorgehen gewesen?

  1. Franz anrufen oder Mail schreiben

  2. Vorhandene Expert*innen innerhalb der KIV und in Schwesterorganisationen befragen

  3. Anforderungen an ein CMS formulieren und das bestehende System mit möglichen Alternativen vergleichen.

  4. Das Problem der begleitenden Publizistik gewerkschaftlicher und personalvertreterischer Tätigkeit prinzipieller angehen. (Dazu in einem späteren Beitrag)