1.

In den bisherigen Blogbeiträgen habe ich ausführlich, möglicherweise zu ausführlich und daher eventuell langweilend, aufgezeigt, dass und inwiefern der Umstieg von Joomla auf Wordpress ein teurer Blödsinn war. Keines der Argumente für den Umstieg ist durchdacht oder zutreffend. Die kritischen Äußerungen aus dem KIV-Vorstand gegen Joomla könnten genauso und sogar zutreffender auf die aktuelle Wordpress-Installation angewandt werden: diese ist unübersichtlicher, nicht leichter zu bedienen, weder für Webmaster noch für Anwender*innen, die Artikel hochladen wollen:

der Einbruch der Veröffentlichungen alleine der Bereiche (und da noch die Artikel von Gerhard Sch. aus der Parkraumüberwachung abgerechnet, der vor seiner Pensionierung die meisten Beiträge geliefert hatte) von 10 Artikel monatlich auf 2, also Reduktion auf ein Fünftel in der Onlinepublizistik der KIV seit dem Umstieg auf Wordpress ist dafür ein überzeugender Beweis, der trauriger nicht sein könnte.

Die heutige Website der KIV präsentiert sich als glatte, undynamische Allerweltsseite mit Allerweltsbildchen aus dem Reservoir von Freepic, dafür fängt die Geschichte der KIV erst mit 2014 an, ca. 500 Artikel aus der Zeit davor sind aus der Seite entfernt worden. Relevante Informationen zu finden, bedarf mehr Suche als früher und die Seite insgesamt wird auch nicht sonderlich gut gepflegt: das letzte Programm-Update ist eineinhalb Jahre alt, in dieser Zeit sind wichtige Sicherheitslücken geschlossen worden, die bei der KIV-Version noch fröhlich klaffen. Datenschutzkonforme Erklärungen sind erst dieser Tage, nachdem in diesem Blog darauf hingewiesen wurde, angebracht worden. Für den aktuellen Wahlkampf werden, eine Woche vor dem Wahltag und drei Wochen nach Ende der Einreichungsfrist immer noch Kandidat*innen gesucht, was langsam peinlich wird. Der für alle Bereiche gedachte Slogan zur Selbstdarstellung "Wir haben etwas bewegt in ...." umfasst seit März/Anfang April immer noch die selben 6 Dienststellen und genau so lang bereits prangt darunter ein von einer Glühbirne begleitetes "bald gibt's mehr zu lesen" – doch es kommt nicht, kommt nicht. Auch bei den 6 sich vorstellenden Dienststellen sind keine Kandidat*innenlisten, sondern nur Gruppenfotos vorhanden.

Wie schaut es mit Social Media der KIV aus? Auf der Facebookseite der KIV tut sich über die Verlinkung dieser 6 Dienststellen hinaus nicht viel, außer dass die KIV erklärt, warum sie die tausendköpfige Demonstration vom 7. Mai und die Forderungen der Pfleger*innenbewegung nicht unterstützt. (Flott ist sie aber dabei, meine Kommentare dazu zu löschen, sodass Antworten auf mich zu lesen sind, aber nicht der Ursprungskommentar. Gelebte Transparenz und Demokratie halt.

Update 13. Mai: jetzt sind alle Kommentare zu dem Posting der KIV, warum sie die Pfleger*innenbewegung nicht unterstützt, gelöscht. Auch die positiven.

Auf Twitter wird in der Website ebenfalls hingewiesen. Der letzte Tweet dort ist auch schon über ein Jahr alt und stammt übrigens von mir ;-) – der dritte Social-Media-Auftritt auf Instagram ist ebenfalls seit mehr als einem Jahr nicht aktualisiert worden. Und all das in Wahlzeiten. Soweit zum glorreichen Wechsel auf Wordpress und der Steigerung der Publizität auf allen Kanälen.

Jessas, diese Zusammenfassung ist im Vergleich zum Folgenden wieder so lang geworden. Man sieht, es empört mich immer noch, wie leichtfertig mit den Möglichkeiten politischer Online-Arbeit umgegangen wird.

2.

Mehrfach berichtet wurde über das miese Vorgehen des KIV-Vorstandes, um in diesem Kreis die Reputation von Franz zu zerstören, so dass er Schritt für Schritt so hin gerichtet werden konnte, dass eine Kündigung von allen Vorstandsmitgliedern mitgetragen wurde. Am Ende sah es so aus, als ob Franz nicht mal für die bisher geleistete Arbeit ausreichend befähigt gewesen wäre.

3.

Die besondere Rolle, welche die KIV-Vorsitzende in Personalunion mit der für die Kündigung zuständige Vorsitzende des IGA spielte, wurde angesprochen, die Desavouierung von Franz gegenüber einem Betriebsfremden durch eine Angestellte ebenfalls und kurz wurde die zwiespältige Rolle des Betriebsrats erwähnt, welcher keinen Einspruch gegen die Kündigung erhob.

4.

Was bleibt? Das Herzstück ist der Arbeitsgerichtsprozess selbst, dem ich mich demnächst zuwenden werde. In diesem Prozess wurde von der Phalanx der Mitglieder des KIV-Vorstands, von zwei Angestellten und vom Betriebsrat in nicht zu übersehender Abstimmung ein Stakkato an Vorwürfen gegenüber Franz, von denen er zum großen Teil bislang noch gar nichts erfahren hatte, dem Gericht präsentiert, eingeleitet von einem Schriftsatz eines der besten Arbeitsrechtlers von Österreich, in dem Franz durch das Aufblasen einiger Popanze schon von vornherein demoliert werden sollte. Der Anwalt von Franz setzte dem leider viel zu wenig entgegen (beispielsweise die Beibringung von Zeugen für Franz, deren es viele gegeben hätte, um das Ungleichgewicht der Aussagen auszugleichen). Um den Ablauf des Prozesses zu verstehen, ist es notwendig, einige dieser von der KIV-Seite vorgebrachten Popanze und Mystifizierungen ein wenig zu entmystifiziern und aus dem Aufgeblasenen die Luft raus zu nehmen. Dies betrifft folgende Punkte, die bei Gericht leider einige Wirkung zeigten:

  • Schuldhaftes Versäumen von Terminen durch Franz. Subtext: Unzuverlässigkeit.

  • Keine Bereitschaft Schulungen zu machen. Auch in den Jahren bisher keine Fortbildung.

  • Zu viel Zeit für Pflege der Homepage verwandt. Überstunden nicht erklärlich (Aufhänger für Kündigung).

  • Ungefälligkeit gegenüber Mitarbeiterin bei Softwareproblem.

  • Monatliche bzw. vierteljährliche Anwesenheitspflicht nicht befolgt.

  • Mangelnde Initiative, Boykott der Umstellung, bis hin zur Arbeitsverweigerung.

  • Aggressivität gegenüber externen Berater.

Dann gibt es ein paar Nebenfronten, die nur dazu erwähnt wurden, um Stimmung zu machen: Bezahlung eines Tickets, obwohl nicht zum Termin gekommen, Bezahlung einer nicht bestellten Software. Scheinkündigung 2013 mit Abfertigung. Layout für Zeitschrift "Alternative" eingestellt. Diese Punkte nacheinander abzuhandeln läuft Gefahr, dass der oder die Letzte, die diesen Blog bislang verfolgt hat, einschlafenderweise nicht mehr weiterlesen wird.

Ich werde mich deswegen nur auf solche beziehen, die für das Urteil letztlich relevant waren. Im nächsten Beitrag konzentriere ich mich daher auf den Ablauf des Arbeitsgerichtsprozesses und versuche, die Elemente der Inszenierung durch die KIV und ihren Anwalt transparent zu machen. Es geht mir dabei nicht um eine Kritik der Prozessführung durch das Richter*innenkollegium oder an deren Urteil, sondern wie das Geschick von KIV/IGA-Anwalt und die orchestrierten Zeugenaussagen der KIVler*innen vor dem Gericht die Glaubwürdigkeit von Franz demolierten und seine nach all den Anwürfen getätigten Aussagen nicht mehr den - ich muss es zugestehen: perfekt konstruierten Frame der KIV-Sichtweise zu brechen vermochten. Dass der eigene Anwalt in dieser Phase kaum eine Unterstützung für Franz war, sollte auch erwähnt werden. Wie auch, dass die Gewerkschaft sich weigerte, in die Berufung zu gehen, mit Begründungen, die eigentlich die Unterlassungen und unzureichende Vorgehensweise des Gewerkschaftsanwalts beschreiben.

Hiermit verabschiede ich mich bis zum nächsten Beitrag mit dem von der KIV entlehnten Spruch: "bald gibt’s mehr zu lesen” ;-)