KIV

"Boykott der Umstellung"

Die Behauptung taucht im Verlauf des Prozesses in Formulierungen und Andeutungen immer wieder auf. Allerdings wurde kein Dokument vorgelegt, das Franz über die Umstellung informiert war. Was sollte Franz ohne Kenntnis boykottieren?

"In höchster Weise aggressiv”

Angebliche Aggressivität von Franz gegenüber dem Web-Marketing-Experten in einer Sitzung. Der Experte hatte eine andere Wahrnehmung:

Ich kann mich noch erinnern, dass du bei ein paar Punkten anderer Meinung warst. aber alles im normalen Rahmen einer Diskussion. Dass du dich mir gegenüber aggressiv verhalten hast, davon kann keine Rede sein.

Die Sitzung war vom Arbeitgeber schlecht vorbereitet, der Wissensstand der Beteiligten ungleich:

Ich fand die Situation komisch, als ich damals beauftragt wurde, ein neues Website Konzept zu erstellen und dachte, dass da alle Leute bereits im Boot sind. Altes oder neues System hätte man sich vorher intern einigen sollen. Anscheinend ist das vorab aber nicht passiert.

Die Kontaktaufnahme mit dem Marketing-Experten war Franz untersagt worden.

"Die bisherige Arbeit wird überflüssig"

Unter der Voraussetzung, dass der Standard des Webauftritts erhalten bleiben sollte, war mit mehr Arbeit durch

  • Migration der Daten,

  • Schulungen und

  • Einarbeitungsphase

zu rechnen.

Die aufgestellte Behauptung des Arbeitgebers, Wordpress sei gegenüber Joomla für Anwenderinnen und Administration leichter zu pflegen, entbehrte jeder Grundlage.

Die aktuelle Homepage des Arbeitgebers, in der

  1. keine Kommentare mehr möglich sind,

  2. monatelang abgelaufene Termine stehen,

  3. die Startseite immer dieselben Informationen anzeigen,

  4. die Mitarbeiterinnen nicht vorgestellt werden,

  5. zwei Jahre lang kein Update zur Behebung von Sicherheitslücken gemacht wird,

  6. nur noch ein Fünftel an Artikeln im Vergleich zu früher erscheinen,

braucht tatsächlich kaum noch Pflege. Die kann geschlossen und vergessen werden.

Wenn das die Absicht des Arbeitgebers war, hätte das auch so gesagt werden müssen. Auch dem verantwortlichen Angestellten.

Langfassung: Der Prozess – Befragung der Obfrau (Teil 2)